• Hopfen-Triebe: eine kleine Delikatesse

    Bei uns im Waldgarten fängt die Hopfen-Saison früher an als bei den Biertrinkern. Die feinen Triebe im Frühjahr sind eine kleine Delikatesse. Sanft im Geschmack, leicht in Butter angebraten, sind sie ein Amuse-geule – eine Augen- und Gaumenweide. Ein paar Tropfen Zitrone drauf. Oder vielleicht beim nächsten Mal mit einer sanften Bierschaumsauce oder in einem weichen Weißwein geschwenkt. Hmm… sehr lecker.

  • Taglilien (nicht ganz) in Reih und Glied

    Taglilien find ich ja wunderbar. Die Blüten sehen so unglaublich schön aus. Und schmecken so fein! Und verzieren dabei jeden Salat oder den Buffettisch. Auch die Knospen, roh oder kurz in der Pfanne in Butter geschwenkt – köstlich! Jetzt dürfen sie auch aus dem alten in den neuen Waldgarten wandern, und dabei haben wir nun, im Gegensatz zu vorher, Wege »eingebaut«. Denn es war dann doch ziemlich herausfordernd (und bei manchen Menschen gar ein Ding der Unmöglichkeit) beim Ernten der Knospen und Blüten auf die Pflanzen drum herum (bzw. unten drunter) zu achten, und sie nicht zu zertreten. Deswegen nun also mit Wegen – in die sie auch hinein wachsen…

  • Die zwei Blätter des Meerrettichs

    Ich nutze den Meerrettich seit einigen Jahren mehr zur Blatt- als zur Wurzelgewinnung. Letzteres ist mir noch etwas zu umständlich, auch wenn ich das normale Verfahren bei unserem tonigen Boden sowieso nicht als machbar ansehe. So grabe ich hier und da mal ein Seitenwurzelstück ab, welches ich dann reibe. Aber die Blätter – die kommen in jeden meiner Salatmischungen mit hinein. Sie geben ihm dann noch mal eine gewisse Würze – oder besser Schärfe, denn die Blätter besitzen eine ähnliche Würzschärfe wie die Wurzel. Faszinierend finde ich bei diesem Gewächs die unterschiedliche Blattformen – die »normalen« stielförmigen Blätter, wie aber auch diese fiedrigen. Sehr spannend, was sich die Natur da…

  • Was für eine Wurzel bei der Bauernstockrose

    Ho, da musste ich schon richtig buddeln, um diese Stockrose (Alcea rosea) auszubuddeln. Wusste gar nicht dass die solche Pfahlwurzeln haben. Echt beeindruckend. Man kann ja die (jungen) Blätter in den Salat schneiden (naja, was Struktur und Geschmack angeht), wie auch die Blüten. Aber auch die Wurzeln können verwendet werden (Pfaf.org) – hat damit schon jemand Erfahrungen?

  • Die Erle als Stickstofffixierer im Waldgarten

    Kooperation statt Konkurrenz ist das neue Bild welches wir uns mehr und mehr von der Natur machen. Wobei, »statt« stimmt da nicht so ganz. Aber das Bild vom »Überleben des Fittesten« à la Darwin ändert sich zunehmend, und überall entdecken wir Beispiele von Zusammenarbeit. Gerade der Boden, und mit ihm die Wald- und Wiesenpflanzen, sind eine grandiose Fundgrube solcher Kommunikations- und Austauschplattfformen. (Dazu kann ich z.B. das Buch »Mycorrhizal Planet« wärmstens empfehlen, oder Peter Wohllebens Buch »Das geheime Netzwerk der Natur« oder »Das geheime Leben der Bäume«.) Unter dieser Prämisse kann es vorteilhaft sein, Stickstoff fixierende Pflanzen in den Waldgarten zu integrieren. Das mache ich v.a. über die Erle –…

  • Die Fetthenne

    In vielen Vorgärten steht sie, und kaum einer weiß dass sie eßbar ist, die Fetthenne (z.B. Sedum telephium). Vielleicht nicht gerade die große Entdeckung was das Gaumenvergnügen angeht, da sie vom Geschmack her eher etwas konservativ daher kommt. Jedoch durch ihre Struktur, die dickfleischigen Blätter, eine interessante Zugabe zu einem Salat. Oder, wie bei uns im letzten Sommer, als Amuse gueule (Gaumenfreude/Appetithappen) beim Hochzeitsbuffet, gefüllt mit Cashewmus und garniert mit Physalis und Preiselbeere-Sauce.

  • Der Meerkohl

    Ein faszinierendes Gewächs, welches sich gerade noch in Bescheidenheit und Vorsicht übt – denn es werden noch einige Fröste bei uns kommen. Der Meerkohl (Crambe maritima) ist mein bevorzugtes Kohlgemüse im Frühjahr, wobei ich selbst kein großer Kohlfan bin. Aber so zart, so geschmackvoll – wem nach dem langen Winter immer noch der Sinn nach Kohl steht, der findet hier eine wunderbare Pflanze. Und der Höhepunkt sind die Blütendolden, die sich im späten Frühjahr schon bilden, und die dem Brokkoli in Aussehen und Geschmack ähnlich sind. Jedoch zu einer Zeit, wo unser Brokkoli noch weit davon entfernt ist, geerntet zu werden. Gut, man muss vielleicht schon anfügen, dass diese Dolden…

  • Die Süßdolde zeigt sich zart & sanft

    Ach ja, das lange Warten hat ein Ende – für die Pflanzen und für mich selbst auch. Endlich, Frühjahrsbeginn, und wir wollen alle loslegen. Die Süßdolde in ihrer Zartheit und Eleganz, ist für mich wie eine kleine Königin unter meinen Mehrjährigen. Wunderschön anzusehen, ein Kunstwerk der Natur, einem Farn nicht unähnlich, und dabei so wohl schmeckend und vielseitig verwendbar. Ich freue mich über dieses erste Zucken meiner kleinen Hoffnungsträger… 🙂

  • Reisanbau?

    Tja, Swimmingpool oder Reisanbau, ist nun die Frage… Nachdem es – endlich – in guten Mengen geregnet hat, sind die ausgebaggerten Löcher, die eigentlich für die nächste Reihe Winterlinden gedacht waren, voll gelaufen. Aber nicht von oben nach unten – sondern es hat das Wasser von unten nach oben gedrückt, durch den ansteigenden Grundwasserspiegel bzw. die dichte Tonschicht, die den Unterboden bildet. Woran man gut erkennen kann, was die Pflanzen hier bei uns auszuhalten haben, wenn es die Wetterbedingungen mal nicht »durchschnittlich« sind…

  • Spargel pflanzen

    Bei der Frage in meinen Kursen und Führungen nach »mehrjährigem Gemüse« kommt neben Rhabarber dann auch bald der Spargel. Ja, ein wunderbares, mehrjähriges Gemüse. Einmal pflanzen, zehn Jahre oder mehr ernten. Was kann schöner sein? Und ja, ganz von alleine wächst diese Wunderpflanze auch nicht: Unkrautschutz, Kompost, Wasser brauchen die Pflänzchen auch zum Gedeihen. Wir haben die Pflanzen selbst aus Samen vorgezogen und zwei Jahre im Marktgarten aufgepäppelt. Jetzt finden sie ihren ersten Platz im Waldgarten – denn erst im Herbst wird eine richtig große Fläche durch die diesjährige Abdeckung mit Bändchengewebe vorhanden sein, um großflächig zu pflanzen. Aber jetzt freuen wir uns auf eine erste kleine Grünspargelsaison – in…

  • Unkraut keimt

    Jaja, das »böse« Unkraut. Vorige Tage die Frage eines helfenden Gastes, ob das nicht einfach so wachsen dürfte – das wäre doch dann Permakultur. Nun, hmm, nee, das möchte ich eigentlich nicht. So unkontrolliert jedenfalls. Schon unglaublich bis wunderbar, wie es überall anfängt zu keimen. Auch interessant: Was sind die Pioniere (des Wandels) in meinem Waldgarten? Aber natürlich heisst es bald: mulchen, mulchen, mulchen. Das ein oder andere darf sich evtl weiter entwickeln und wird als Bodenbedecker genutzt, wie z.B. die Taubnessel, die überall auch am keimen ist.

  • Weißklee

    Ich find ja Weißklee als Untersaat ziemlich interessant. Bodenbedeckend, Stickstoff speichernd, blühend, grün. Hier habe ich aus herbstlichen Quickpot-Beständen eine erste Pflanzung für den Meerkohl (Crambe maritima) gemacht. Ist eine besonders kleinwüchsige Sorte (»Hebe«), denn sie soll ja die Hauptkultur nicht stören.

  • Noch eine Reihe Winterlinden

    Im Herbst habe ich eine Reihe Winterlinden gepflanzt. Die Blätter sind bis in den Sommer hinein sehr schmackhaft, und kommen in Salat, Pesto und Smoothie-Pulver. Gleichzeitig soll die Reihe Windschutz geben. Jedoch: Ich will ja nicht auf 8m Höhe ernten. Also habe ich sie gekappt, auf 1.50-1.80m, was wiederum den Windschutz mindert. Und mal schauen wie »heckig« die Pflanzen werden. Um dann doch einen durchgängigeren Schutz zu erreichen, habe ich mich entschlossen eine zweite Reihe zu pflanzen. Damit soll der Bereich dann doch mit der Zeit dichter werden, und gleichzeitig kann zwischen den Reihen ein anderes Kleinklima entstehen, evtl. auch noch mit zwei, drei Bäumen mit Kronen im »Mittelgang«. Da…

  • Schaugarten

    So langsam nimmt der (erste Teil des) Schaugartens auch Form (und Farbe) an. In jedem Quadratmeter wächst eine Pflanzenart, so das Ziel. Macht das Erkennen, Anschauen und auch Pflegen deutlich einfacher. Allerdings stellte sich alsbald die Frage, wie denn auch die hinteren Carrés angeschaut werden können. Die Besucher sollen ja nicht über die Latten balancieren. Nach einiger Ueberlegung und Ausprobieren dann zwei Carrés als Weg mit Hackschnitzel gefüllt, so dass von jeder »Stichstrasse« die umliegenden sieben Carrés angeschaut werden können.

  • Totholz

    Viel Platz für ein großes Totholzlager habe ich (noch) nicht im neuen Bereich. Aber warum nicht etwas Totholz – der Winterschnitt von ein paar Bäumen auf unserem Gelände – als Wegmarkierung, Sitzgelegenheit (da soll noch ‘ne Sitzbank drauf) und Biotop einrichten, an den ersten warmen Februartagen in der Sonne eingerichtet. Mal ein Versuch, verschiedene Funktionen miteinander zu verbinden. Steht an einer Stelle, wo ich bei den Führungen sicherlich anhalten werde und der ein oder andere dann auch mal sich hinsetzen darf zum besseren Zuhören… 🙂

  • Winterheckenzwiebel

    Die Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum) heisst nicht umsonst so. Zwar ist sie nicht im Winter beerntbar – aber sie treibt schon so langsam aus, wenn der letzte Schnee am tauen ist. Bevor andere Frühlingsboten eben jene neue Jahreszeit ankündigen, sind sie schon mit ihrem zart-dunklen Grün dabei ihre Fühler auszustrecken und einen ersten Appetit auf mehr zu entwickeln.

  • Winterliche Ruhe im Waldgarten

    Noch ruht er, der Waldgarten. Die Energie ist im Boden gespeichert, genauer in den Wurzeln, und wartet auf den kommenden Frühling. Bin gespannt, wie sich der Umzug des Waldgartens dann manifestiert. War ganz schöne Arbeit, und nach meiner Erfahrung braucht es erst einmal zwei Jahre, damit die Pflanzen wieder »Fuß fassen«.